Verlage schaffen sich selbst ab (1/3)

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So schaffen sich Zeitungsverlage ab (1/3)

Seit Jahren versuchen Medienmanager das Vers├Ąumte aus den Anf├Ąngen des Internets r├╝ckg├Ąngig zu machen und irgendwie Geld mit redaktionellen Inhalten zu verdienen. Es bedarf jedoch nicht nur etwas Geld, sondern so viel, dass die digitalen Einnahmen autarken Online-Journalismus finanzierbar machen. Denn heute subventionieren die Printprodukte die Onlineportale nach wie vor durch ihre Vielzahl an Artikeln ÔÇô und das Printgesch├Ąft ver├Ąndert sich bekanntlich massiv.

Skandinavien ist nicht Deutschland auch f├╝r Verlage

Doch woher kommt der Glaube, dass sich digitale Nachrichten-Abos in Deutschland zuk├╝nftig verkaufen lassen? Aus Skandinavien. Doch das ist Bl├Âdsinn. Denn nur weil in einem Markt ein Modell funktioniert, hei├čt das noch lange nicht, dass so einfach auf Deutschland oder den deutschsprachigen Raum anwendbar ist. Die skandinavischen L├Ąnder sind viel lockerer besiedelt, es gibt nur wenige Verlage und insbesondere die Sprache sorgt daf├╝r, dass der Markt f├╝r Wettbewerber eher uninteressant ist.
In Deutschland ist der Markt komplett anders aufgebaut. ├ťberregional informieren sich die meisten laut IVW ├╝ber T-Online, Bild.de, SPON, FOCUS Online und Welt.de. Hierin ist nicht erfasst, wie vielen die Teaser auf Facebook reichen, um sich informiert zu f├╝hlen. Hinzukommen noch sehr viele regionale Verlage, die sich im Digitalen via Deutsche Presse Agentur mit ├╝berregionalen Themen befassen, obwohl das die Vorbenannten viel besser k├Ânnen. Insbesondere Regionalverlage m├╝ssen sich genau anschauen, welche Inhalte ihre Leser wirklich interessieren. Denn auch in der Verlagsbranche gilt die 80/20 Regel. 20 Prozent der Artikel bringen 80 Prozent des Traffics und auf diese Themenwelten sollten sich Verlage respektive die Redaktionen konzentrieren.

Viele Verlage, insbesondere regionale Nachrichtenverlage, haben bis heute noch keine wirklich funktionierenden Konzepte gefunden, um die im Print wegbrechenden Euros im Digitalen aufzufangen. Sie dr├╝cken Abo-Modelle in den Markt und versuchen ihre Leser oder User, wie sie vereinzelt genannt werden, zum Abschluss zu bewegen. Gro├če Vorbilder sind dabei Netflix, Spotify & Co., die mit monatlichen Kosten von 4,99 bis 14,99 Euro sehr erfolgreich sind. Die Verantwortlichen sehen, dass es eine gro├če Bereitschaft gibt Abos abzuschlie├čen und darum muss das auch bei Verlagen funktionieren. Sie vergessen jedoch das Nutzenversprechen f├╝r den Kunden. Denn 9,90 Euro bei Netflix sind einfach viel besser angelegt als bei einem Regionalverlag, auch wenn das die Chefredakteure nicht h├Âren wollen.


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Thomas Sitting Wolf

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